30.09.2026 Protekt

Hybride Bedrohungen im Fokus der protekt 2026

Der Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat die Bedrohung Kritischer Infrastrukturen zuletzt unmittelbar vor Augen geführt. Am 10. und 11. November 2026 diskutiert die protekt, der Leitkongress für den Schutz Kritischer Infrastrukturen, in Leipzig, welche Folgen die veränderte geopolitische Sicherheitslage für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hat.

Sabotage, Spionage, Cyberangriffe und Desinformation sind Teil der sicherheitspolitischen Realität in Deutschland und Europa. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben hybride Aktivitäten weiter an Bedeutung gewonnen. Die Bundesregierung hat auch den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle als hybriden Angriff eingeordnet und Russland die Verantwortung zugeschrieben. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an.

„Wenn Kritische Infrastrukturen zum Ziel hybrider Angriffe werden, betrifft das die Funktionsfähigkeit unseres Gemeinwesens. Umso wichtiger ist der sektorübergreifende Austausch zwischen KRITIS-Betreibern, Sicherheitsbehörden, Politik und Forschung und der gemeinsame Blick auf wirksame Schutz- und Vorsorgemaßnahmen“, sagt Bianca Spieß, Projektdirektorin der protekt.

KRITIS – Resilienz, Versorgungssicherheit und Gesamtverteidigung

Wie Kritische Infrastrukturen in die sicherheitspolitische Vorsorge eingebunden werden müssen, bildet eine der zentralen Klammern des Kongressprogramms. Im Eröffnungsplenum spricht Oberst i.G. Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr über die „Einbindung der kritischen Infrastrukturen in die Gesamtverteidigung Deutschlands“.

Weitere Beiträge beleuchten die Schnittstellen zwischen Versorgungssicherheit, ziviler Vorsorge und Gesamtverteidigung: Markus Hasch-Gleumes vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) widmet sich der Notstromversorgung im Kontext der Zivilen Verteidigung. Ergänzt wird sein Vortrag von Jens Klinger von den Berliner Wasserbetrieben, der von den Herausforderungen nach dem Anschlag auf die Stromversorgung der Hauptstadt Anfang 2026 berichtet. Gerald Richter von der Deutschen Bahn beleuchtet deren Bedeutung für die Mobilität unter den Bedingungen des Operationsplans Deutschland. Mathias Böswetter vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft spricht über die Frage, wie zivile Vorsorge, Versorgungssicherheit und Durchhaltefähigkeit erreicht werden können.

Geopolitik, Sabotage und Spionage

Beim Round Table „Aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen“ diskutieren Oberst i.G. Katharina Benford von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Dr. Anja Opitz von FORESHAPE und die Ökonomin und Ingenieurin Diana S. Engelhard , wie geopolitische Spannungen, technologische Abhängigkeiten und neue Sicherheitsrisiken die Handlungsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verändern.

Am zweiten Kongresstag nimmt der Round Table „Spionage, Sabotage und Wirtschaftsschutz – neue Herausforderungen für KRITIS“ gezielte Angriffe auf Unternehmen und Infrastrukturen in den Blick. Mit Albert Blankenburg, Leiter des Direktorats „Bedrohungen gegen die westliche Welt“ beim Bundesnachrichtendienst, ist auch die nachrichtendienstliche Perspektive vertreten.

Weitere Beiträge befassen sich unter anderem mit dem baulichen Schutz Kritischer Infrastrukturen sowie dem Einsatz von Virtual- und Augmented -Reality-Technologien in Sicherheitskampagnen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Drohnenerkennung und -abwehr sowie der Drohneneinsatz in Kritischen Infrastrukturen werden ebenfalls aufgegriffen.

Die protekt findet am 10. und 11. November 2026 in der KONGRESSHALLE am Zoo Leipzig statt.

Ansprechpartner

Mark Gärtner
Pressesprecher
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