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07.10.2020 Protekt

Wirksamer Zufahrtsschutz oder lebensgefährliche Placebo-Polleritis?

Seit den Terroranschlägen auf weiche Ziele in Nizza, Berlin und Barcelona hat zuverlässiger Zufahrtsschutz wachsende Bedeutung gewonnen. Weniger bekannt geworden sind dutzende Angriffe auf kritische Infrastrukturen in den letzten 3 Jahren. Noch weniger bekannt ist, wie zuverlässiger Zufahrtsschutz interdisziplinär vorbereitet, umsichtig geplant und normkonform umgesetzt wird. Diese Lücke schließt Christian Schneider, Geschäftsführer und Sachverständiger für Zufahrtsschutz bei der Initiative Breitscheidplatz, in seinem Vortrag „Wirksamer Zufahrtsschutz oder lebensgefährliche Placebo-Polleritis?“.

Was unterscheidet kritische Infrastruktur von öffentlichen Räumen? Was unterscheidet harte Ziele von weichen Zielen? Warum bedienen sich Extremisten zunehmend Kraftfahrzeugen als hoch wirksame Tatmittel? Welche Richtlinien regeln den Umgang mit Zufahrtsschutzmaßnahmen? Die Öffentlichkeit, Behörden und die Extremisten sind zunehmend in der Lage, Placebos von wirksamen Schutzmaßnahmen zu unterscheiden – mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Reputation der Betreiber und der genehmigenden Behörden. Worauf diese daher achten sollten, erörtert der Fachvortrag von Christian Schneider.

Schneider erstellt detaillierte Zufahrtsschutzkonzepte für Sicherheitsbehörden, Kommunen und die Privatwirtschaft und hat sich international eine fundierte Reputation als Experte für normgemäßen Zufahrtsschutz gemäß der allgemein anerkannten Regel der Technik - ISO IWA 14-2 - erarbeitet. Erschüttert durch die Terroranschläge in Nizza und Berlin begann er sich intensiv mit der Abwehr von Fahrzeugangriffen zu beschäftigen. Hier fand er beeindruckend viele Gemeinsamkeiten zwischen der Abwehr von Überfahrtaten und seinem angestammten Fachgebiet des Naturgefahrenschutzes, welche ihm erlaubten seinen langjährigen Erfahrungsschatz bei der Erstellung von Zufahrtsschutzkonzepten zu nutzen. Christian Schneider ist Initiator der europaweit bekannten „Initiative Breitscheidplatz“, einem interdisziplinären Expertenforum für nachhaltigen Zufahrtsschutz, mit dem Anliegen, einschlägige Expertise und Erfahrungen zu teilen, um diese nachhaltig zur Entwicklung stadtbildverträglicher Sicherheits- und Zufahrtsschutzkonzepte gegen extremistische Fahrzeugangriffe einzusetzen. Hierfür arbeitet er eng mit internationalen Sicherheitsbehörden und renommierten Terrorabwehrexperten zusammen.

Christian Schneider berät europaweit Polizeien, Sicherheitsbehörden, Städte und Kommunen sowie Architekten, Verkehrsplaner und Veranstalter, ist Dozent für Zufahrtsschutz an der Württembergischen Verwaltungsakademie, hält Fachvorträge zum Thema bei Polizeien und Kriminalämtern, der Europäischen Union sowie bei international renommierten Sicherheitskonferenzen. Ferner ist er Mitglied im Normenpanel der ISO IWA 14 Reihe, stellvertretender Konsortialleiter der DIN-Spec 91414 „Mobile Fahrzeugsperren“ und war an der Erarbeitung der Technischen Richtlinie „Mobile Fahrzeugsperren“ der Deutschen Hochschule der Polizei beteiligt.

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